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Plattenkritiken

Intro.de - 2009-01-22

Ein kurzer Blick in das Booklet von "The Good Times We Shared, Were They So Bad?" offenbart: Hier wird Freundschaft noch großgeschrieben und nahezu zelebriert.

Die Wirklichkeit menschlicher Lebensgefüge ergibt sich also nicht nur aus der Schnittmenge von "am Wochenende mal treffen" und "zum Geburtstag eine Karte schicken". Zumindest nicht bei Niccokick. Was ebenso auffällt bei den aus Båstad und Umgebung stammenden Power-Poppern mit Hang zur angekitschten Synthiecollage, ist ein jugendlicher Frohsinn, der auch nicht vor dem Titel haltmacht. Mit "The Good Times We Shared, Were They So Bad?" haben Philip Hall und Andreas Söderlund das Unmögliche geschafft und ihrem jüngsten Spross einen noch längeren Namen gegeben als dem Erstwerk. Doch auch bei der Qualität der einzelnen Songs haben die fünf Schweden hier und da noch ein paar Muttern nachgezogen. Die Synthies teilen sich von nun an den Raum mit Söderlunds affektvoller Stimme, die in den letzten Jahren sehr an Charakteristik gewonnen hat. Das Einzige, was einem manchmal ein wenig die Tränen in die Augen treibt, ist die glatte, fast schon frostige Produktion. In diesem Sinne: "I'm a scandinavian winter. I'm cold, I make us freeze!"

Holger Wendt | URL