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Mainstage.de - 2009-01-29

Die Geschichte von Niccokick beginnt an einem Herbstabend im Jahr 2001. An besagtem Abend bezieht der Singer/Songwriter Andreas Söderlund im schwedischen Städtchen Bastad eine Tracht Prügel „for being too happy” und landet in der Gosse, wo er von Philip Hall und Martin Stääv aufgelesen wird, denen er vor lauter Dankbarkeit anbietet, mit ihm in der besten Band der Welt zu spielen. Die beiden nehmen das großzügige Angebot natürlich an und sind seitdem zusammen mit Andreas Söderlund (sowie den später unter ähnlich nebulösen Umständen dazu gestoßenen Mathias Söderlund und Daniel Teodorsson) unter dem Namen Niccokick unterwegs.

Nach einigen EPs folgte im Jahr 2004 das Debütalbum “Awake From The Dead, My Dear Best Friend“, bevor es erstmal lange Zeit still wurde um die vermeintlich beste Band der Welt. Nun melden sich die fünf Schweden mit einer neuen Platte zurück: “The Good Times We Shared, Were They So Bad?” heißt das Werk und angesichts der mehr als überschwänglichen Songs darauf darf stark davon ausgegangen werden, dass die Frage im Titel rein rhetorischer Natur ist.

Niccokick beleuchten auf “The Good Times We Shared, Were They So Bad?” das Phänomen der Freundschaft in all seinen schönen wie tragischen Facetten. Dabei gehen Andreas Söderlund und Co. auch gerne dorthin, wo es weh tut und bauen Fanfaren, klebrige Synthieflächen, opulente Streicher und vielstimmigen Backgroundgesang in ihre feinen Powerpop-Songs ein. Vom Verdacht, gelegentlich schlimmsten Kitsch zu produzieren, kann man Niccokick aber dennoch getrost freisprechen, da selbst so zuckersüße Stücke wie “Troubled” und “Your Hands Were So Warm” stets mit einem ironischen Augenzwinkern vorgetragen werden. Überhaupt lebt das ganze Album von seiner leichten Verschrobenheit. Niemals geht es auf “The Good Times We Shared, Were They So Bad?” zu glatt gebügelt oder gar zu perfektionistisch zu. Im Gegenteil: Ein leichter Hauch von liebenswertem Dilettantismus umgibt das ganze Album. Fast erinnern Niccokick damit an eine verspielte Kreuzung aus Friska Viljor und den Shout Out Louds.

Auch wenn nicht alle elf Songs so sehr zünden wie das phantastische “You Must Be On Drugs Or Something” und es hin und wieder ein wenig Leerlauf gibt, ist Niccokick mit “The Good Times We Shared, Were They So Bad?” dennoch eine hörenswerte Platte gelungen, der man anmerkt, dass hier fünf Freunde am Werk sind, die eine Menge Spaß an ihrer Musik haben. Schön, dass sie uns an diesem Spaß auch ein wenig teilhaben lassen.

Niccokick - “The Good Times We Shared, Were They So Bad?” erscheint am 30.01.2009 auf Startracks

Christoph Walter | URL